Nein. Verkaufen, davon bin ich weit weg sagt Rainer. Er ist anfang 30, hat halb langes Haar und ein seriöses auftreten. Er ist sehr entspannt. „Ich mach das zeitlich Hauptberuflich – finanziell nicht.“ Er wirkt sehr überzeugend, wenn er spricht. Ich gehe kurz pissen, sagt er. “Sorry”, warte mal hier.
Ich gucke mich um.

Neben mir wird gerade darüber philosophiert, ob sich in dem großen Topf, der auf dem Campingkocher einen völlig deplatzierten Eindruck macht, Suppe oder Eintopf befindet. Was ist der Unterschied, frage ich  und erhalte einen ungeahnt detaillierten Vortrag über die Unterschiede von Suppe und Eintopf. Sie scheinen riesig zu sein. Ungeduldig suche ich nach Rainer, dem Künstler bei dessen Ateliereinweihung ich mich immer noch befinde. Er steht am Eingang des Raumes. Hat mich vergessen und redet mit einem jungen Mann dem er sein Schaffen erläutert. Los gelöst von Ökonomie. Das kleine Büro heizt er manchmal, sonst nichts. Im Winter kann man darin lesen oder auch mal am Computer sitzen. Er wirkt immer freundlich, aber auch ernst. Die Sache ist ihm wichtig. Er sieht mich – klopft mir fröhlich auf die Schulter: “Hallo Max”. Dann wendet er sich dem jungen Mann zu und zeigt auf die Wand.

Daran befinden sich, nebeneinander angebracht 8 unbehandelte Latten wie man sie aus dem Baumarkt kennt. Jede ca. 30 cm lang und in unterschiedlichen Höhen positioniert, so dass das Gebilde als Pfeil interpretiert werden könnte. Der junge Mann schaut interessiert. Und Rainer fragt mit ernster und erwartungsvoller Mine: “Wie findest du das?”.