Da dachte ich: Mensch, lässt du das Auto mal stehen. Bahn fahren ist ja entspannter als der Straßenverkehr und schont außerdem die Umwelt und die Nerven. Gerne hätte ich noch angefügt: und Geld. Aber das wäre gelogen. Denn in Berlin haben Parkplätze die Eigenart munter zwischen regulärer Parkfläche zu Parkverbot und manchmal sogar Halteverbot zu wechseln. So eine Art Parkplatz-Glücksrad. Innerhalb meiner zwei Wochen Auto-Abstinenz drehte sich meines von „Frei“ auf „Veranstaltungsfläche“. Es kam also Bruno der Polizist mit einem Parkverbotsschild, stellte es neben mein Auto, schaute kurz weg (so eine Art Gedächtnis komplett-Reset-Weggucken) um dann mit Erstaunen festzustellen: Potztausend – der steht ja im Parkverbot.
Dass (gemäß Feststellungsdatum) bis zum Event noch eine Woche Zeit war, spielte für Bruno wohl keine große Rolle. Dienst ist Dienst – und eine Verwarnung hinter dem Scheibenwischer, mit er Bitte das Auto umzuparken schien ihm wohl eher zu inkonsequent. Nur eines konnte helfen: abgeschleppt werden muss das Fahrzeug und zwar sofort. Nur noch knappe 6 Tage bis zum mutmaßlichen Event – das erfordert schnelles Handeln und die Parkordnung ist eine ernste Sache.

Nach zwei Wochen ergab sich also die Konsequenz:
Ey Mann, wo is mein Auto: 1 Stunde und 20 Seitenstraßen weiter – habe ich es dann tatsächlich gefunden. Heißa. Immerhin noch im gleichen Bezirk 🙂
Brunos Zeit, Abschleppdienst, Ablass.. das macht dann..: ja genau, 135 EUR
und das schönste: Seit wann geht der Marathon durch die Graefestraße? Genau: überhaupt nicht.

Nur eines weiß ich jetzt: hier hat alles seine Ordnung und die gravierendsten Probleme der Stadt werden konsequent angegangen solange Ordnungshüter wie Bruno in meinem Kiez patrouillieren. Beruhigend.